Leseprobe zu Politik und Gesellschaft


Ich möchte heute mal ein kleines bisschen Werbung für mein Buch machen auch wenn es noch in Arbeit ist. Da das Thema Politik und Gesellschaft, der Weg des Staates in die Fänge der Großkonzerne sehr breit aufgestellt ist, müssen auch unterschiedlichste Dinge rein, die man sonst weglassen würde. Deswegen habe ich ein kleines Kapitel zu einem Thema geschrieben, das wir nicht unterschätzen sollten. Das möchte ich euch als Leseprobe geben. Bitte berücksichtigt allerdings dass es bisher nicht lektoriert ist. Bis dahin wird es noch dauern. Seht den Text also bitte als kleinen Appetithappen mit der Lust auf mehr.

Ein ausgebildeter Politiker?

Warum gibt es diese nicht? Wir leben ja in einem Land wo beinahe alles reglementiert und mit Vorschriften behaftet ist. Auch das Ausbildungssystem ist sehr gut organisiert. Um qualifizierte Arbeit zu bekommen und dafür dann ein entsprechendes Entgelt zu erhalten, bedarf es eines Abschlusses. Aber bei Politikern ist dem wohl nicht so. Jeder darf in die Politik einsteigen und Qualifikationen sind in keiner Weise erforderlich. Allerdings bedarf es einiger spezieller Charaktereigenschaften, die dabei helfen können, in der Politik erfolgreich zu sein. Hierbei unterscheiden wir zwischen Lobbyisten, die erst in die Politik einsteigen nachdem Sie bereits in Großkonzernen gelernt haben Unternehmerinteressen glaubhaft öffentlich zu vertreten. Diese werden von den Unternehmen ermutigt politisch tätig zu werden, um dort die betriebsinternen Notwendigkeiten vorneanzustellen. Genau heißt das, politische Abläufe zugunsten der Unternehmen zu beeinflussen. Und dann gibt es diejenigen die schon früh direkt in die Politik einsteigen, nachdem Sie mehrheitlich ein Studium im juristischen Sinne absolviert haben. Als Anwalt kann man ja immer Geld verdienen, wenn es in der Politik nichts wird. Aber es gibt außer Juristen auch Leute in der Politik, die nicht studiert haben. Und die vorab angesprochene Ausbildung zu Politiker ist sehr schnell abgeschlossen. Zum einen müssen Sie in der Parteisuppe blindlings mitschwimmen, um Erfolg haben zu können. Hilfreich ist, dabei wie bei den Lobbyisten ein großes Mundwerk und die Fähigkeit dieses auch zu benutzen. Die Rhetorik als Fähigkeit mitzubringen und damit parteiintern aufzufallen ist sehr wichtig. Ob dies durch qualifizierte Aussagen geschieht oder nicht interessiert dabei niemanden. Nur auffallen ist wichtig. Wie wir an Lobbyisten, die zum Politiker mit Ministeramt wurden, wissen, ist Qualität und Umsetzbarkeit publizierter Inhalte absolut überflüssig beziehungsweise unnötig. Aber als wichtigstes Utensil für Politiker bekommt man folgendes mit. Reden schwingen muss man dabei können. Und das geht folgendermaßen. Wer politisch erfolgreich tätig sein will, lernt, sehr lange Reden zu schwingen, wenn es um die Zeit geht. Je länger diese Reden dauern umso besser. Gleichzeitig muss er aber darauf achten, dass hierbei nichts Rechtsverbindliches ausgesagt wird, woran man Politiker danach festhalten könnte. Damit ist die Ausbildung schon abgeschlossen. Mehr an Qualifikation ist absolut unnötig. Und dann kann es losgehen. Der eigene Sessel im Parlament und der ergatterte Posten muss immer nur eine Legislaturperiode gesichert werden. Eine Wahl, die zur Sicherung des Amtssessels alle paar Jahre ansteht, ist nicht zu überschätzen. Was Politiker dort versprechen, ist nur das, was Sie nach der Wahl nicht halten oder relativiert verändern. Zum Lachen ist dies ganz sicher nicht, aber leider entspricht es hierzulande exakt dem, wie es in der Regel vor sich geht. Dies gilt auch für Ministerämter, die neu zu besetzen sind. Hier wird auch nach altbewährten Mustern vorgegangen. Mit ein paar Beziehungen innerhalb der Partei funktioniert das schon. Um als Beispiel Außenminister zu werden ist heute kein diplomatisches Geschick mehr nötig. Wichtig hierbei ist nur, dass dieser Sessel gerade frei wird, und man selbst als Politiker öffentliches Interesse an diesem Amt kundtut. Das allein reicht vollkommen aus. Irgendwelche Qualifikationen oder Verhandlungsgeschick wie es bei einem solch wichtigen Amt zu erwarten wäre, muss der potenzielle Kandidat nicht mitbringen. Eine solche Beurteilung gilt allerdings pauschal für alle Ministerien und muss keinesfalls als Herabwürdigung einzelner Ministerien angesehen werden. Der Qualitätsstandard ist als einheitlich gleich hoch oder nieder einzuordnen. Politiker mit herausragenden Fähigkeiten wie in vergangenen Jahrzehnten, welche da waren, gibt es scheinbar nicht mehr. Diese könnte man eindeutig unterscheiden, da Sie durch ihr Auftreten und ihr Erscheinungsbild positiv aus der Menge der Politiker herausragen würden. Heute ist es eher genau anders herum. Es tauchen auf der politischen Bühne der heutigen Zeit eher Nichtskönner auf, die sich durch Lobbyismus oder innerparteiliche Arschkriecherei einen Namen in der Öffentlichkeit gemacht haben. Als Minister können Sie eben aus diesen Gründen besser gelenkt werden. Um im Gespräch zu bleiben, sei es ihnen erlaubt gelegentlich unqualifizierte, nicht umsetzbare Vorschläge zu machen. Da diese entweder nicht realisierbar sind oder so nicht in einem Koalitionsvertrag stehen, gelten die gemachten Vorschläge von vorneherein als abgelehnt. Aber immerhin gab es diesbezüglich eine Wortmeldung ähnlich wie bei den Sommerpausenneurotikern des Bundestages. Ach, ihr wisst nicht, wer das ist. Das sind in der Regel kleine Abgeordnete, die kein offizielles Ministeramt innehaben, und um ihr Direktmandat fürchten müssen. Um in ihrem eigenen Wahlkreis für die nächste Wahl wieder aufgestellt zu werden, dürfen Sie keinesfalls in Vergessenheit geraten. Daher ist es eine besondere Pflicht kurz vor der Sommerpause auf die eigene Person aufmerksam zu machen. Vorschläge, die dort gemacht werden, sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Das ist aber nicht weiter wichtig. Hauptsache man hat als Politiker auf sich und seine Person aufmerksam gemacht, und gezeigt, dass man hier vertreten ist. Für den nächsten Wahlkampf ist das mit ausschlaggebend. Der Platz als Kandidat auf der nächsten Wahlliste und die Diäten für die kommende Legislaturperiode müssen gesichert werden. Seitens der einzelnen Politiker/innen muss außerdem darauf geachtet werden, dass das Wohlwollen der parteilichen Führungsebene gesichert ist. Alles andere spielt eine untergeordnete Rolle.

der Weg des Staates in die Fänge der Großkonzerne

8 Mrz 2019

Buchprojekt Tagwerk eines Narzissten

8 Mrz 2019